Dienstag, 2. September 2014

Fotografie: Annie Leibovitz


The Rolling Stones 1975 by Annie Leibovitz
Annie Leibovitz' Self-Portrait
Annie Leibovitz (65), eine US-amerikanische Fotografin, hat in ihrem Leben viel gesehen und erlebt. Da ihr Vater in der US Air Force war, ist sie als Kind viel gereist. Später begleitete sie die Rolling Stones auf ihrer Tour als Fotografin im Jahr 1975, auf welcher sie dann auch den Drogen verfiel. Sex, Drugs and Rock 'n Roll, baby!
1970 gab sie, auf Empfehlung eines Freundes hin, dem Art Director des Rolling Stone eine Fotomappe. Dieser war so begeistert von ihrer Arbeit, dass er sie sofort einstellte. Um diese Zeit fing sie an ein Konzept, zu meist eine einfache Bildidee vor dem Shooting zu entwickeln. Dann würde sie ihre Idee mit den zu Porträtierenden besprechen bevor Annie schlussendlich ihre Bilder machen konnte. Ihre Mentorin Bea Feitler schlug Leibovitz später vor, auch noch für eine andere Zeitschrift zu arbeiten, worauf Annie sich an der Gründung der Vanity Fair beteiligte. Sie ist heute weltbekannt für ihre Fotografien von bedeutenden Persönlichkeiten aus den Bereichen Kultur, Wirtschaft und Politik.




Angelina Jolie by Annie Leibovitz
Ich mag Annie Leibovitz' Bilder, weil sie kreativ und künstlerisch sind. Sie haben zwar nicht immer eine Geschichte und sind meistens "nur" Porträts, aber ich finde sie wunderschön. Annie weiss, wie sie Personen in Szene setzen muss um ein tolles Bild zu bekommen.







White Stripes by Annie Leibovitz
Dieses Bild hat mich sofort angesprochen. Ich weiss nicht wieso. Vielleicht war es der surreale und irgendwie auch seltsame Charme des Bildes. Man denkt an die wunderschöne und heile Welt eines Kindes, das in den Zirkus geht, aber dann ist da die eher dunkle und gefährliche Stimmung im Hintergrund. Das Bild stellt ein Paradox dar. Man schaut auf die rot-weissen Streifen zuerst und für einen kurzen Augenblick scheint es ein heiteres Bild zu sein, bis man dann den Rest wahrnimmt. Die runden Formen, Kreise, Bälle, stellen etwas Ganzes, oder auch Heiles dar. Und wieder widerspricht die Stimmung dieser Annahme. Der Himmel ist stark bewölkt und dadurch ist es eher dunkel. Auch denke ich, dass die Aufnahme entweder früh am Morgen, am frühen Abend oder am späten Nachmittag eines Wintertages aufgenommen wurde. Auch scheint ein Wind zu blasen, der dem Bild auch eine gewisse Unruhe bringt.
Man könnte das Bild auch so interpretieren, dass die Wirbel auf der Scheibe, auf welcher die Assistentin fest gemacht ist, einen hypnotisieren und in einen Strudel mit hinein ziehen. Man geht in Den Zirkus und hat Freude an der Vorstellung. Alles glänzt und blinkt farbenfroh. Doch hinter den Kulissen ist nicht alles glänzend und blinkend. Das Zirkusleben ist ein hartes Leben und als Besucher einer Vorstellung fällt einem das nicht auf. Nehmen wir mal an, dass ein begabter Turner die Vorstellung besucht und so verzaubert ist vom Zirkus, dass er sich für den Job bewirbt, und ihn dann auch noch bekommt. Der Turner wurde hypnotisiert und dann langsam aber sicher hineingezogen in ein unruhiges Leben voller Aufbruch und Gefahren. Dieses Bild erzählt eine Geschichte, vielleicht auch mehrere. Welche Geschichte erzählt es euch?




The Queen by Annie Leibovitz



1 Kommentar:

  1. Ich finde das dritte Bild interessant. Die Queen blickt nach draussen, auf ihr "Königreich". Sie wird durch das Licht in ihrem Blick verstärkt. Das ganze Licht kommt scheinbar von draussen. Sie trägt ein pompöses Kleid, was auch zur Raumausstattung passt. Die Perspektive verstärkt das Vorurteil gegenüber der Queen- die Unnahbare. Die Fotografin ist nämlich relativ weit weg und durch die Belichtung der Queen selbst, wirkt sie auf mich genauso unnahbar.

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